Wo Milch und Honig fließen

25. März 2015 (Märkische Online Zeitung Redaktion Eberswalde, VIOLA PETERSSON) 

Aus der Region für die Region - unter diesem Motto hatte die Biosphäre am Montag auf Hubertusstock zur vierten Produktmesse eingeladen. Ein Schwerpunkt der Leistungsschau war das Thema Energie.
 
Vom Honig bis zur Wurst, vom Hotel bis zum Kletterwald. Die Liste der Prüfzeichen-Inhaber im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin ist lang, umfasst um die 70 Produzenten und Tourismusbetriebe. Bei der Produktmesse am Montag auf Hubertusstock präsentierte sich indes lediglich etwa ein Dutzend. Deutlich weniger als in den Vorjahren. Über die Gründe des Resonanzverlustes konnte der Veranstalter nur spekulieren. "Es gibt derzeit viele Messen und Märkte", stellte Beate Blahy von der Reservatsverwaltung nüchtern fest. 
 
Dabei könne sich die Teilnahme an der Produktmesse im wahrsten Sinne des Wortes auszahlen. So mancher Produzent hat bereits im Rahmen dieser Kontaktbörse neue Märkte erschlossen und Verträge geschlossen. Wie zum Beispiel die Agrar GmbH Lichterfelde-Golzow mit der Landfleischerei Buckow. 
 
"Wir beliefern unter anderem den REWE-Markt in Zepernick", berichtete Produktionsleiter Olaf Gehrke. Den Kontakt habe man auf der vorigen Messe hergestellt. Zu den Kunden zähle ferner der Flughafen Tegel. Landbeißer, Kochschinken, Wiener Würstchen und Kaßler gingen dorthin. Zu den Neuerungen im Unternehmen gehöre ein moderner Reiferaum für Salami. "Ansonsten bereiten wir uns jetzt natürlich schon auf die Grillsaison vor", so Gehrke. Klassiker seien dann die Bratwürste in fünf, sechs Varianten. 
 
Eine Besonderheit des Unternehmens sei das nachhaltige Wirtschaften, der Kreislauf Futterproduktion - Fleischverarbeitung. So kooperiert der Agrarbetrieb etwa mit Hemme Milch im uckermärkischen Schmargendorf. "Wir liefern unsere Milch dorthin und erhalten von Hemme Molke für unsere Schweine", verriet der Produktionsleiter. 
 
Genau solche Netzwerke hat die Biosphäre im Sinn, als sie in den 1990er-Jahren das regionale Prüfzeichen kreierte und später die Produktmesse auflegte. "Wir wollen eine nachhaltige, naturverträgliche Wirtschaft unterstützen und gleichzeitig die Nachfrage nach regionalen Produkten befördern. Und wir versuchen, Hersteller sowie Verbraucher bzw. Kunden zusammenzubringen", beschrieb Blahy den Ansatz. Denn noch allzu oft gebe es Unkenntnis. Das Angebot der Messe richte sich vor allem an Hotels und Gaststätten der Region. 
 
Aber auch Anke Bieligk und Christine Nieter, die Tourismusbeauftragten der Gemeinde Schorfheide und des Amtes Joachimsthal, sahen sich am Montag aufmerksam um. "Touristen sind ja immer auf der Suche nach einem Souvenir, einem Mitbringsel", so Bieligk. "Also schauen wir, was wir in unseren Tourist-Informationen anbieten können." Fündig wurde das Duo bei Klaus Schreiber, Bäckermeister in Angermünde, der u. a. Omas Marmorkuchen für den Picknickkorb und Osterbrot auf der Messe präsentierte, und bei Sven Pyka, der seit einem Jahr eine Obstbrennerei im uckermärkischen Oberuckersee betreibt. "Wir verarbeiten Äpfel, Birnen, Pflaumen und Quitten. Obst aus der Region", so Pyka. "Und wir führen auch Lohnbrand durch", informierte der Inhaber. 
 
Neben Hochprozentigem und viel Gesundem, wie Milch und Honig, bot die Exposition Sportliches und Kraftvolles. Schwerpunktthema des Vortragsprogramms war "Gegen den Klimawandel - Initiativen aus der Biosphäre". Dazu gehört vor allem das Projekt "Sonne auf Rädern", die Förderung des E-Bike-Netzwerkes. In den vergangenen Monaten seien in der Region Barnim-Uckermark einige Ausleih- und noch mehr Ladestationen entstanden, erklärte Uwe Graumann von der Reservatsverwaltung. Vor allem Gaststätten und Tourist-Informationen seien auf den Zug "aufgesprungen" und haben Möglichkeiten zum "Nachtanken" geschaffen. Wünschenswert wäre in einem nächsten Schritt der Aufbau von öffentlichen Ladestationen in Kombination mit Photovoltaik, sogenannter E-Bike-Ports, so Graumann. Derzeit können Touristen in den Landkreisen Märkisch-Oderland, Oder-Spree, Dahme-Spreewald, Uckermark und Barnim an 26 Stationen E-Bike bzw. Pedelecs mieten. 100 "Hochleistungsräder" stehen dort zur Verfügung, informierte Helge Krause. 
 
Dass sich der Radtourismus wachsender Beliebtheit und ungebremster Nachfrage erfreut, konnte Sabine Grassow von der Barnimer Wirtschafts- und Tourismusfördergesellschaft WITO nur bestätigen. Sie kam gerade von der Fahrradmesse VELO in Berlin und schwärmte noch von der Resonanz. Um die 1000 Gäste zählte sie am Stand der WITO. Bekannt sei vor allem der Berlin-Usedom-Radweg. Durch die S-Bahn-Anbindung und einen möglichen Start in Bernau sei die Tour bei Berlinern sehr beliebt. Großen Anklang finde auch "Radeln nach Zahlen". 
 

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