Touristen an der Angel

03. November 2014 (Berliner Morgenpost, Jeanette Bederke)
 
22 Millionen Menschen besuchen pro Jahr das Seenland Oder-Spree. Die Region will mit neuen Angeboten noch mehr Gäste locken. Möglicherweise ist es die landschaftliche Vielfalt auf engstem Raum, die Gäste in Scharen in die Region zwischen Berlin und der polnischen Grenze zieht - im Süden begrenzt vom Spreewald, im Norden vom Barnim. Immerhin drei Kurorte liegen dort, dazu drei Naturparks, das charakteristische Oderbruch und das "märkische Meer" - der Scharmützelsee. Wahrscheinlich sind es auch die besonderen touristischen Angebote, die das Seenland Oder-Spree zur beliebtesten Reiseregion Brandenburgs machen. Immerhin mehr als 22 Millionen Besucher pro Jahr zählte der gleichnamige Tourismusverband - die meisten sind Tagesgäste, zwei Millionen aber bleiben auch länger. Nicht gezählt sind die Besucher, die in Ferienwohnungen übernachten. Sie werden in der Statistik nicht erfasst, obwohl diese Art des Urlaubs immer mehr Anhänger findet. 
 
Allein am Ufer des Scharmützelsees gibt es bereits mehr als 1000 Ferienhäuser. Für Tourismusverbandsgeschäftsführerin Ellen Rußig sind die hohen Gästezahlen Bestätigung dafür, dass die Zusammenarbeit von zwei Reiseregionen vor sechs Jahren die richtige Entscheidung war. Zuvor hatte der Landkreis Märkisch-Oderland seine Angebote selbst vermarktet, ebenso wie der Landkreis Oder-Spree. "Wir haben die Chance der Fusion genutzt - gemeinsam mit Gastronomen, Tourismusanbietern, Ferienwohnungsvermietern", resümiert sie. Es sei ein "langes Zusammenwachsen" gewesen - bis die Mitarbeiter in allen 18 Tourismusbüros Gästen auch Ausflugsziele empfohlen hätten, die nicht direkt vor der Haustür liegen.
 
Vor allem die vielfältigen Aktivitäten am, auf und im Wasser sowie das dichte Radwege- und Wanderwegenetz machen ihren Angaben nach die Faszination des Seenlandes aus. "Radwege führen an Flüssen entlang, Hotels stehen direkt am Seeufer, ebenso wie klassifizierte Campingplätze", macht sie deutlich. "Wir haben nicht entweder oder - wir haben alles." Vor allem aufgrund der starken Konkurrenz von Berlin habe das Seenland seine eigene regionale Identität finden müssen. "Wir sind eben der komplette Gegensatz zur Großstadt." Wellness-Anbieter locken in die Region - ob das Gut Klostermühle in Alt Madlitz, das Lakeside-Hotel in Strausberg, das A-Rosa in Bad Saarow oder das Klosterhotel Neuzelle, wo der Gast sogar seinen eigenen Schnaps aus Früchten der Region brennen kann, sind unter Gästen mit hohen Ansprüchen beliebt. Rußig sieht das Seenland an Oder und Spree aber auch als Korrespondenzregion zur Hauptstadt. Beispielsweise im Jahr 2017, wenn in den "Gärten der Welt" in Berlin-Marzahn die Internationale Gartenbauausstellung stattfindet. "Das müssen wir für uns nutzen und Gäste in die Region locken, die gärtnerisch ja auch viel zu bieten hat."
 
Immerhin 30 Prozent der Wertschöpfungen in Ostbrandenburg gehen auf das Konto des Tourismus. Investitionen in diese Branche erhöhen laut Rußig die Lebensqualität für die Bewohner in der Region. "Nur dann fühlen sich auch die Gäste wohl", ist sie überzeugt.
 
"Sommer auf Rädern"
 
Und das sind ihren Angaben nach vor allem Berliner und Brandenburger, aber auch zunehmend Sachsen und Nordrhein-Westfalen. Außerdem ist das Seenland bei Polen, Holländern und Dänen sehr beliebt. Für sie alle hat sich der Tourismusverband unter Rußigs Führung einiges einfallen lassen - nicht zuletzt durch einen Tagesausflugsplaner mit insgesamt 106 Angeboten. Denn die günstige Verkehrsanbindung mit Auto, Zug oder S-Bahn bringe die Großstädter in nicht einmal einer Stunde ins Seenland. Für zertifizierte Radwege heimste der Verband Preise ein, ebenso für Qualitätswanderwege in der Märkischen Schweiz, dem Schlaubetal sowie rund um Bad Freienwalde. "Radfahrer sind eindeutig zu unserer Zielgruppe geworden - die meisten haben hohe Ansprüche, ein sehr gutes Einkommen und sind überdurchschnittlich gebildet", sagt die Tourismus-Chefin. 30 Restaurants und Wirtshäuser tragen bereits den Qualitätstitel "Brandenburger Gastlichkeit".
 
Mit Sterneköchen könne die Region zwar nicht auftrumpfen, verstecken brauche sich die Gastronomie an Oder und Spree aber auch nicht, sagt Rußig. Die Brennerei am Schloss Neuhardenberg, das Café Dorsch in Bad Saarow oder der Alte Fritz im Oderbruchdorf Altlewin, nennt sie kulinarische Aushängeschilder des Seenlandes in unterschiedlichsten Preissegmenten.
 
Noch im November erscheint ein Kulturführer für die Region an Oder und Spree. "Wir sind dabei, bei den Kulturanbietern ein wirkliches Gastgeberbewusstsein zu entwickeln, so dass sie etwa die Öffnungszeiten ihrer Museen oder Bühnen an den Bedürfnissen der Touristen orientieren." In Vorbereitung ist auch eine Übersichtskarte zu den besten Picknickplätzen an Oder und Spree.
 
In der kommenden Reisesaison will Rußig unter dem Motto "Sommer auf Rädern" die E-Bike-Vernetzung der Region vorantreiben. "Ausleihstationen haben wir bereits flächendeckend, nun wollen wir auch Restaurantbesitzer und Pensionswirte mit ins Boot holen, damit Gäste bei ihnen die Akkus der Räder wieder aufladen oder auch verschwitzte Wäsche durchwaschen können", so Rußig. Als einzige Reiseregion Brandenburgs habe das Seenland das Thema Angeln aufgegriffen, entsprechendes Kartenmaterial mit den besten Stellen für Petrijünger ist in Kooperation mit dem Brandenburger Landesfischereiverband in Vorbereitung. "Warum nach Norwegen fahren, wenn sich vor der Haustür wunderbar angeln lässt", fragt die Tourismus-Chefin, die Gastgeber im Seenland auch für diese Gästegruppe sensibilisieren will. "Wer einen Fang macht, will ihn ja möglicherweise auch gleich schlachten und zubereiten. Entsprechende Angebote muss es also geben."
 
Doch nun kann erst einmal der Winter kommen und damit erneut die Aktion "Winterliches Brandenburg": Eine Übernachtung inklusive Frühstück für zwei Personen in Hotels mit 3- und 4-Sterne-Komfort kostet überall in der Mark zwischen 59 und 79 Euro. Rußig nennt zwei ihrer Geheimtipps im Seenland Oder-Spree: "Im Landhaus Alte Eichen können Gäste das gesamte Umfeld des Scharmützelsees inklusive Therme und Kurtheater in Bad Saarow erkunden. Und im Schloss Neuhardenberg sind Kulturliebhaber gut aufgehoben."
 

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03.09.2017 - Fahrraderlebnistag für die ganze Familie zum Radscharmützel in Storkow

Unter dem Motto "Erfahren« Sie am 3. September 2017 die Region rund um den Scharmützelsee und Storkower See" beteiligten wir uns in Vorbereitung des Startes mit einem Info-Stand auf dem Marktplatz in Storkow.  

 

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