E-Mobilität nimmt Fahrt auf

28. Oktober 2014 (Märkische Online Zeitung Redaktion Eberswalde, Wiebke Wollek)
 
Das neueEU-Projekt "E-Mobility Works" soll dazu beitragen, die Nutzung von Elektromobilität in den Kommunen voranzubringen. Eberswalde ist eine von bundesweit drei Städten, die sich an der Aktion beteiligen. Am Montag fand die Auftaktveranstaltung statt. 
 
Eberswalde wird an Attraktivität gewinnen. Was wie ein Werbeversprechen klingt, will die Stadt zusammen mit Unterstützung aus der Bundeshauptstadt in den nächsten Jahren umsetzen. Unter anderem plant die Stadtverwaltung, ihren Fuhrpark auf Elektrofahrzeuge bis hin zum E-Bike umzurüsten. Ziel ist auch ein flächendeckendes Netz an Ladestationen. 
 
"E-Mobility-Works" sensibilisiert Kommunen in neun europäischen Ländern für das Stromzeitalter. In Deutschland sind das außer der Barnimer Kreisstadt die Städte Hohen Neuendorf (Oberhavel) und Iserlohn (Nordrhein-Westfalen). 
 
Eberswalde erhält bei der Planung des Projekts Unterstützung verschiedener Partner. Einer davon ist die Berliner Agentur für Elektromobilität, die andere Kommunen berät und Erfahrungen und Netzwerke weitervermittelt. Unterstützende Funktion hat auch die Berliner Beratungs- und Servicegesellschaft Umwelt, die die Auftaktveranstaltung im Paul-Wunderlich-Haus mitorganisiert hat. Thekla Heinel und ihr Team entwickeln zusammen mit der Stadt einen Aktionsplan, der beschreibt, wo welche Elektrofahrzeuge angeschafft und geladen werden können und welche Unternehmen eventuell mit ins Boot geholt werden. Dabei soll vor allem auf die Stärkung der regionalen Wirtschaft gesetzt werden. Finanziell profitieren könnten Car-Sharing-Anbieter, oder Parkraumbewirtschafter. Langfristig führe dies zu mehr Arbeitsplätzen in der Region, erklärt Thekla Heinel. Lutz Hübner von der Agentur für Elektromobilität spricht von einer Profilierung als Innovationsstandort. 
 
In erster Linie geht es natürlich um den Klimaschutz und die Reduzierung der Lärmbelastung. Erdöl als Rohstoff wird immer knapper, zudem gelangen bei jeder Autofahrt mit einem Benziner oder Diesel Schadstoffe in die Luft. "Beim Thema Mobilität müssen wir generell umdenken", sagt Martin Sölle von der Berliner Agentur für Elektromobilität. Dem nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität zufolge wird für Deutschland im Jahr 2020 eine Zahl von einer Million Fahrzeugen angepeilt, die Strom tanken. Weitere zehn Jahre später soll es dann schon fünf Millionen E-Fahrzeuge auf deutschen Straßen unterwegs sein. 
 
Für Eberswalde wünscht sich Bürgermeister Friedhelm Boginski (FDP), dass die Bürger energiesparend von A nach B gelangen. Vor allem im Hinblick auf den demografischen Wandel in der Region müsse gewährleistet werden, dass die Menschen auch im Alter mobil bleiben. 
 
Thekla Heinel ist der Ansicht, E-Mobilität müsse nicht immer mit hohen finanziellen Ausgaben verbunden sein. Wenn man anstelle eines normalen Autos ein E-Bike oder ein Pedelec kaufe, könne man Kosten einsparen und sei dennoch mobiler als mit einem herkömmlichen Fahrrad. 
 
Auf E-Bikes setzt auch Uwe Graumann vom Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz. Unter dem Motto "Sonne auf Rädern" will das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin gemeinsam mit Partnern und lokalen Akteuren ein System zur Förderung der Elektromobilität aufbauen. Dabei geht es zunächst um den Radtourismus und E-Bikes. Das Konzept ist bereits preisgekrönt. Mit der Idee vom "Null-Emissionen-Mobilitäts-Netzwerk" gewann das Biosphärenreservat jüngst bei einem bundesweiten Wettbewerb um innovative Beiträge zum Klimaschutz. 
 
Die Planungen für "E-Mobility Works" in Eberswalde haben im März begonnen und werden noch bis zum August des Jahres 2016 andauern. Bis dahin soll der Aktionsplan stehen, der die Stadt ein wenig leiser und klimabewusster werden lassen soll. 
 

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